Versicherung zahlt nicht wegen Reifen! Die wichtigsten Risiken & Fehler im Überblick

Versicherung zahlt nicht wegen Reifen! Die wichtigsten Risiken & Fehler im Überblick

Ratgeber · Versicherung · Sicherheit

Wann zahlt die Versicherung bei einem Unfall NICHT wegen Reifen?

Reifen sind einer der häufigsten Streitpunkte zwischen Autofahrern und Versicherungen. Viele denken: „Ich bin versichert, also wird schon gezahlt.“ Genau hier passieren die größten Fehler.

In diesem Beitrag erfahren Sie konkret: Wann Versicherungen nicht zahlen, wann sie kürzen – und wann Sie komplett auf der sicheren Seite sind.

Wichtiger Hinweis:
Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Ob eine Versicherung im Einzelfall zahlt, hängt immer von konkreten Umständen wie Unfallhergang, Gutachten, Versicherungsbedingungen und individueller Bewertung ab.

Kurzüberblick: Wann wird es wirklich kritisch?

Situation Risiko Praxisbewertung
Reifen abgefahren Kürzung oder Ablehnung Sehr kritisch
Sommerreifen bei Schnee Mitschuld Häufig relevant
Falsche Reifengröße Keine Zahlung möglich Extrem kritisch
Reifen zu alt Teils Mitschuld Einzelfall
Semi-Slick / Rennreifen Hohe Ablehnung Sehr riskant

Der wichtigste Punkt: Ursache des Unfalls

Für Versicherungen ist nicht nur entscheidend, ob ein Reifen schlecht war – sondern vor allem: War der Reifen die Ursache für den Unfall?

Beispiel:

  • Unfall wegen Glatteis → Reifen egal → Versicherung zahlt
  • Unfall wegen abgefahrener Reifen → Reifen ursächlich → Problem

Genau dieser Zusammenhang entscheidet darüber, ob gezahlt wird oder nicht.

Die wichtigsten Problemfälle im Detail

1. Abgefahrene Reifen

Unter 1,6 mm Profiltiefe ist ein Reifen illegal. Kommt es dadurch zu einem Unfall, wird oft von grober Fahrlässigkeit ausgegangen.

→ Folge: Versicherung kann Leistung kürzen oder verweigern.

2. Sommerreifen im Winter

Bei Schnee oder Eis sind Winterreifen vorgeschrieben. Sommerreifen können zu längeren Bremswegen führen.

→ Typischer Fall: Versicherung zahlt, aber mit Mitschuld oder Kürzung.

3. Ganzjahresreifen – wann Sie sicher sind

Ganzjahresreifen sind erlaubt, wenn sie das 3PMSF-Symbol tragen.

→ Wichtig: Dann gelten sie als wintertauglich und sind rechtlich sicher.

4. Reifenplatzer

Ein Reifenplatzer ist nicht automatisch ein Unfall im Sinne der Versicherung.

Problematisch wird es, wenn:

  • der Reifen alt oder beschädigt war
  • zu wenig Luftdruck vorhanden war
  • Verschleiß erkennbar war

→ Dann kann argumentiert werden, dass kein „plötzliches Ereignis“ vorlag.

5. Falsche oder illegale Bereifung

Wenn Reifen nicht zugelassen sind (z. B. falsche Größe oder Traglast), kann die Betriebserlaubnis erlöschen.

→ In solchen Fällen kann die Versicherung komplett aussteigen.

6. Extreme Nutzung (Burnout, Rennreifen)

Wenn Schäden durch bewusst riskantes Verhalten entstehen, zahlt die Versicherung nicht.

→ Beispiele: Burnouts, Rennen, Semi-Slicks bei Nässe

Checkliste: So vermeiden Sie Probleme

Profiltiefe regelmäßig prüfen (empfohlen: >3 mm)
Saisonale Reifen verwenden
3PMSF bei Ganzjahresreifen beachten
Nur zugelassene Reifengrößen fahren
Reifenalter beachten (max. 6–8 Jahre)
Luftdruck regelmäßig prüfen

Häufige Fragen

Unfall mit Sommerreifen bei Frost – zahlt die Versicherung?

Ja, aber oft mit Kürzung. Entscheidend ist, ob die falschen Reifen ursächlich waren.

Ganzjahresreifen im Winter erlaubt?

Ja – wenn sie das 3PMSF-Symbol haben.

Wann zahlt die Versicherung gar nicht?

Bei Vorsatz, illegalen Reifen oder grober Fahrlässigkeit mit Unfallursache.

Was ist der wichtigste Faktor?

Ob der Reifen den Unfall verursacht hat.

Fazit

Reifen sind nicht nur ein technisches Detail – sie können darüber entscheiden, ob eine Versicherung zahlt oder nicht.

Wer auf Zustand, Zulassung und passende Bereifung achtet, ist sowohl sicher unterwegs als auch auf der rechtlich sicheren Seite.

Zurück zum Blog